von Mary Kreutzer, Thomas Schmidinger (Hg.)
ça ira Verlag, 2004
420 Seiten,
ca. 19,00 €
ISBN 3-924627-85-1
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Im ihrem Sammelband befassen sich überwiegend irakische AutorInnen mit der Geschichte des Irak bis zum Sturz Saddam Husseins und den aktuellen Entwicklungen seit April 2003. Die AutorInnen, die ein breites politisches Spektrum von gemäßigten schiitischen Islamisten über Vertreter kurdischer Parteien und den irakischen Grünen bis hin zu Kommunisten und einer Arbeiterkommunistin repräsentieren, befassen sich dabei im Gegensatz zu den meisten bisher zum Irak erschienenen Büchern bewußt aus einer irakischen Perspektive mit der politischen Entwicklung des Irak und ermöglichen damit völlig andere Einblicke in die Geschichte des irakischen Ba´thismus und die Perspektiven nach dem Sturz Saddam Husseins, als dies in der europäischen Presse üblich ist.
von Kanan Makiya
University of California Press, 1998
360 Seiten,
ca. € 20,46
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Kanan Makiya veröffentlichte dieses Werk erstmals 1989 unter dem Psyeudonym Samir al-Khalil. „Republic of Fear“ wurde nie ins Deutsche übersetzt., obwohl es längst als DAS Standardwerk für das Verständnis des Irak und hier besonders des Terrorregimes Saddam Husseins gilt. Der Autor beschäftigt sich darin ausführlich mit der Geschichte, Ideologie und Institutionen des totalitären Ba'th-Regimes.
Kanan Makiya wurde im Irak geboren und blieb nach der Ausbürgerung seiner Familie durch das Ba'th-Regime im US-amerikanischen Exil. Er publizierte weiters: The Monument: Art Vulgarity and Responsibility in Iraq (1991), Curelty and Silence: War, Tyranny, uprising and the arab world (1991). Nach der Befreiung des Irak im April 2003 kehrte er zurück, beteiligte sich an der Ausarbeitung einer neuen Verfassung und widmet sich dem Aufbau der Iraq Memory Foundation (wwww.iraqmemory.com), einer Stiftung, die die Verbrechen des Ba'th-Regimes dokumentiert.
von Aliza Marcus, NYU 2009
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Die Zahl der Toten im bewaffneten Konflikt zwischen türkischem Militär und kurdischer Widerstandsbewegung PKK wird auf etwa 30.000, meist kurdische ZivilistInnen, geschätzt. Der türkische Generalstabschef sprach indes jüngst von „32.000 ausgeschalteten Terroristen“. Während die massiven Menschenrechtsverletzungen im „Anti-Terrorkampf“ der türkischen Armee und deren paramilitärischen Einheiten bekannt und Thema etlicher Publikationen sind, herrscht Mangel an seriösen Arbeiten – die weder heroisieren noch dämonisieren – über die PKK, die größte und bis heute einflussreichste kurdische bewaffnete Organisation der Türkei. Aliza Marcus hat für ihr Buch neue Quellen und über hundert Interviews mit PKK-DissidentInnen verarbeitet. Daraus entstand eine differenzierte und höchst lesenswerte Studie über die Entstehung der PKK und die Entwicklung autoritärer sowie stalinistischer Strukturen, über den wahnhafte Ausmaße annehmenden Personenkult rund um den Paranoiker und trotz Gefangenschaft bis heute unangefochtenen Führer der PKK Abdullah Öcalan, über parteiinterne „Säuberungen“, denen hunderte unschuldige Mitglieder zum Opfer fielen, und, besondes spannend, über Geschlechterverhältnisse innerhalb der Guerilla.
Corry Guttstadt
Assoziation A, 2008
Obwohl die türkischen Juden in Europa eine beeindruckende Gruppe bildeten, wurde ihr Schicksal während der Shoah bis heute kaum aufgearbeitet - weder von Seiten der offiziellen Türkei, noch von der Holocaust-Forschung. Die Turkologin Corry Guttstadt leistet mit dieser Neuerscheinung Pionierarbeit und räumt mit dem Mythos auf, die Türkei habe durch ihre „judenfreundliche Politik" unzählige türkischer Juden und Jüdinnen vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten gerettet. Das Buch bietet weiters einen breitgespannten Überblick über die Entstehungsgeschichte des türkischen Nationalstaates und der kemalistischen Politik sowie deren Verhältnis zu - und der Ausgrenzung von - ethnischen und religiösen Minderheiten, der Armenier, Assyrer, Griechen, Kurden und - Juden. Ausgangs- und Angelpunkt der Studie ist die differenzierte Perspektive der türkischen Juden selbst, die bis jetzt in der Erforschung der Shoah kaum zu Wort gekommen waren.
Von Rita Schäfer
LIT Verlag, 2. aktualisierte Auflage 2008
Wie auch in ihrem jüngsten Werk „Frauen und Kriege in Afrika" (Brandes & Apsel, 2008) analysiert die Anthropologin Rita Schäfer hier afrikanische (Nachkriegs-)Gesellschaften aus der Genderperspektive und bietet eine enorme Fülle von historischen Details, Analysen und Erklärungsversuchen für diverse Formen von Gewalt in ausgewählten afrikanischen Ländern. Beide Bücher sind nicht nur gut und flüssig lesbar, sie sind zudem spannend und gehören eindeutig zur Topliga der Sachbücher im Bereich der Gewaltforschung. Allerhöchste LeEZA-Empfehlung!
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