Frauenhäuser

Im Jänner 1999 eröffnete in Suleymaniah das erste Frauenhaus im Nahen Osten außerhalb Israels. Es folgten weitere Schutzhäuser. Dort finden Frauen Zuflucht, die vor Gewalt in der Familie, „Ehrenmord“ oder Zwangsheirat bedroht sind. Viele Frauen kommen mit selbst- oder fremdzugefügten schweren Verletzungen in eines die Frauenhäuser und benötigen so zusätzliche medizinische Betreuung. Die Frauen und Mädchen erhalten in den Frauenhäusern Unterkunft und Verpflegung, sowie rechtliche und psychosoziale Betreuung. Den betroffenen Frauen wird also nicht nur Schutz vor Gewalt geboten. Vielmehr werden sie auch intensiv betreut. Ziel ist es, ihnen wieder ein möglichst selbstbestimmtes Leben außerhalb des Frauenhauses zu ermöglichen.

Gewalt gegen Frauen ist keineswegs ein auf den Irak, den Nahen Osten oder die „islamische Welt“ beschränktes Phänomen. Allerdings gibt es in den meisten Staaten des Nahen Ostens bislang wesentlich weniger bis gar keine Einrichtungen für Frauen, die einer unerträglichen Situation entfliehen wollen. Die Frauenhäuser sollen einen ersten kleinen Beitrag leisten, hier auch das Bewusstsein der politisch Verantwortlichen und der Gesellschaften zu verändern und die Notwendigkeit von Einrichtungen für Frauen, die Unterstützung benötigen, sichtbar zu machen. Die Mobilen Teams, die LeEZA von 2004 bis Dezember 2008 ko-finanzierte, bieten im Frauenhaus juristische und psychosoziale Beratung an.