Frauengeführte mobile Teams

Seit 2003 betreuen sechs mobile Teams Frauen und Kinder in den Regionen Mossul, Hawler/Arbil, Kirkuk, Suleymaniah, Halabja und Germian. Die Teams bestehen aus einer Ärztin und einer Krankenschwester, die Gesundheitsberatung und ambulante Untersuchungen anbieten, sowie aus einer Sozialarbeiterin bzw. Psychologin, die den Frauen in rechtlichen und psychosozialen Fragen zur Seite steht. Die Aufklärung über Frauenrechte und die Thematisierung von Gewalt in der Familie tragen dazu bei, die gesellschaftliche Stellung von Frauen und Kindern zu stärken. Zusätzlich erhalten besonders bedürftige Familien materielle Unterstützung in Form von Lebensmitteln, Kleidung und Medizin.

Die mobilen Teams setzen sich dabei jeweils aus gebildeten jungen Frauen der jeweiligen Region zusammen. In multiethnischen Regionen wie Kirkuk wird darauf geachtet, dass auch die unterschiedlichen Sprachgruppen in einem Team gemeinsam vertreten sind, was das Vertrauen der lokalen Bevölkerung in die mobilen Teams stärkt.

Viele Frauen in den Dörfern haben durch die Ärztinnen der mobilen Teams erstmals Zugang zu medizinischer Versorgung und Beratung. Dabei werden auch Daten über die allgemeine gesundheitliche und soziale Situation in den Dörfern aufgenommen, um langfristige Verbesserungen zu erreichen.

LeEZA unterstützte die Mobilen Teams von 2004 bis 2009 mit finanzieller Unterstützung der OEZA, der Stadt Wien und des Weltgebetstages der Frauen in Österreich.

Freies Radio für Frauen und Jugendliche

Nach dem Sturz des Ba’th-Regimes entstand im Irak ein Freiraum für neue Medien, der trotz des anhaltenden Terrors und der traditionell patriarchal geprägten Gesellschaftsstrukturen genutzt wird.

Zum Beispiel von jenen Frauen und Jugendlichen im nordirakischen Gebiet von Shara Sur, Halabja und Hauraman, die mit dem Sender „Dengi Nwe“ (Neue Stimme) ein einzigartiges Projekt umsetzten: Sie gründeten ein dezidiert parteiunabhängiges Community-Radio, das nach acht Monaten Vorbereitungszeit und Probebetrieb im September 2005 live on air ging. Der Sender besteht aus 6 Mitarbeiterinnen und 4 Mitarbeitern. Sie sind allesamt Überlebende des Giftgasangriffs des Ba’th-Regimes auf Halabja und teilen das Trauma von Tod und Vertreibung, Flucht und Exil, Rückkehr und Internierung in sogenannten Collective Towns.

Im Jahr 2005 wurde die Radiostation aufgebaut und Bewerbungsgespräche geführt. Thematisch umfasst das Radioprogramm gesellschaftsrelevante Aspekte wie u. a. Umgang mit Behinderungen, Gewalt an Frauen und Jugendlichen, Gesundheit, Sexualität und der rechtliche Status von Frauen. Die MitarbeiterInnen von Radio Dengi Nwe wollen dadurch das Bewusstsein für Frauenrechte und das Verständnis für die Jugend stärken.

Frauen wird ein öffentliches Forum geboten, in dem sie über ihre Situation und Erfahrungen berichten können. Den TeilnehmerInnen soll dabei auch die Fähigkeit zu journalistischer Arbeit vermittelt werden. Weiters will das Team über Gleichberechtigung von Männern und Frauen, Ausbildungsmöglichkeiten, Musik, Mode sowie internationale Kultur berichten.

LeEZA unterstützte dieses Projekt mit finanzieller Hilfe der OEZA, der Stadt Wien und des Weltgebtstags der Frauen Österreichvon 2005 bis Dezember 2008.

Kampagne gegen Weibliche Genitalverstümmelung (FGM)

Frauengeführte mobile Teams bestehend aus einer Ärztin, einer Sozialarbeiterin und einer Krankenschwester oder Psychologin organisieren seit mehreren Jahren in den verschiedenen Regionen des Nordirak Frauenversammlungen, diskutieren über gesundheitliche sowie gesellschaftliche Probleme und leisten Hilfestellung. Die Soroptimists Kärnten unterstützten dieses Programm 2004 und 2005.

Im Oktober und November 2004 wurde eine erste Erhebung in ca. 40 Dörfern der Region Germian (im südlichen Nordirak) durchgeführt, deren Ergebnis zeigte, dass etwa 60 % der Frauen und Mädchen unter 10 Jahren beschnitten worden waren.

Eine umfassendere Erhebung, die u.a. aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie von Amnesty International (Sektion Frauenrechte, Österreich), gefördert wird, soll nun Daten über die Verbreitung von FGM liefern, die dann für politisch MandatsträgerInnen und NGOs zur Verfügung stehen sollen. Das Projekt lief im April 2009 aus. LeEZA leistet zudem Aufklärungsarbeit zum Thema unter ExilirakerInnen in Österreich.